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Lebererkrankungen sind oft schwer zu diagnostizieren

Die wichtigsten Lebererkrankungen stellen wir Ihnen hier näher vor.

a.) Die Leberentzündung (Hepatitis)

Es gibt zwei Formen der Leberentzündung: die akute und die chronische. Eine chronische Hepatitis hält über sechs Monate an. Die häufigsten Gründe für eine Leberentzündung sind Viren. Es sind zumeist die Hepatitis-Viren A, B sowie den Hepatitis C. Aber immer öfter ist eine Leberverfettung in Kombination mit Stoffwechselerkrankungen wie die Diabetes Mellitus, Auslöser der Hepatitis. Daneben belasten Giftstoffe wie beispielsweise der Alkohol oder Medikamente, selten auch Autoimmunerkrankungen die Leber so sehr, dass sich eine Entzündung entwickelt.

Über eine Million Personen leiden in Deutschland an einer chronisch entzündeten Leber. Allerdings wissen nur die wenigsten von ihnen etwas von der Erkrankung. Allen Leberentzündungen ist gemeinsam, dass die kranke Leber still leidet. Denn die Leber schmerzt nicht und ruft über lange Zeit unspezifische Symptome hervor wie Abgeschlagenheit, einen gewissen Juckreiz oder Druckgefühle im Oberbauch. Symptome wie die Gelbfärbung der Haut und der Augen (Ikterus), Schmerzen im Oberbauch sowie Erbrechen und eine große Müdigkeit treten nur bei besonders schweren Fällen auf. Nur wenige Betroffene suchen daher einen Arzt auf. Das ist ein großes Risiko, denn die akute Leberentzündung kann ohne Folgen ausheilen, kann jedoch auch zum akuten Leberversagen führen oder chronisch werden. Dann wächst die Gefahr von weiteren schweren Folgeerkrankungen wie es die Leberzirrhose oder der Leberkrebs sind. Viele der Leberentzündungen sind gut therapierbar, werden sie rechtzeitig erkannt. Besonders wichtig deshalb eine recht frühe Diagnose.

b.) Leberzirrhose (Schrumpfleber)

Bei der Leberzirrhose verhärtet das elastische Lebergewebe mehr und mehr. Die gesunden Leberzellen sterben dabei ab. Sie werden mit narbigem, hartem Bindegewebe ersetzt. Die Leber selbst schrumpft dabei ein und kann ihre Stoffwechsel- und Entgiftungsfunktionen daher nicht richtig ausführen. Der Prozess ist irreversibel, er kann allerdings aufgehalten werden. Die unbehandelte Leberzirrhose allerdings führt zu Leberversagen.

Häufige Komplikationen einer Leberzirrhose sind innere Blutungen wie aus den Krampfadern in der Speiseröhre (Ösophagusvarizen), Wasseransammlung im Bauch (Aszites) und die Beeinträchtigung der Gehirnfunktionen (hepatitische Enzephalopathie). In über 50 % der Fälle ist überhöhter Alkoholkonsum Ursache für Leberzirrhose. Ein Drittel der Erkrankungen kann auf die Infektion mit Hepatitisviren zurückzuführen.

c.) Fettleber

Die Aufgabe der gesunden Leber ist Schadstoffe beispielsweise Medikamente abzubauen bzw. Fette zu speichern sowie diese bei Bedarf erneut dem Körper zur Verfügung zu stellen. Doch wenn die Leber eine höhere Menge an Giften verarbeiten oder an Fetten aufnehmen muss, als sie verarbeiten kann, lagert sie als zusätzliches Fett im Gewebe ab. Die Fettleber entsteht. Auch ein Übermaß an Alkohol hinterlässt seine Spuren: Denn die Leber wandelt auch Alkohol zu Fett um. Die Fettleber ist inzwischen eine Massenerscheinung und stellt ein Gesundheitsrisiko dar, das stark unterschätzt wird. Eine verfette Leber kann sich schnell entzünden und das Risiko einer Leberzirrhose und von Leberkrebs wächst.

Allerdings kann eine Fettleber und auch die Fettleberentzündung sich zurückbilden. Die Voraussetzung hierfür ist, dass Betroffene ihren Lebensstil verändern – und abhängig von der Ursache der Fettleber. Drastische Hungerkuren aber sind empfehlenswert, denn sie fördern die Entzündung zusätzlich. Wirksame Medikamente gibt es allerdings nicht.

d.) Leberkrebs

Beim Leberkrebs wird zwischen bösartigen Tumoren der Leber (Hepatozelluläres Karzinom, HCC) und bösartigen Krebsgeschwüren der Gallengänge (Cholangiozelluläres Karzinom, CCC) unterschieden. Das Hepatozelluläre Karzinom (HCC) kommt häufig vor und wird als Bezeichnung für Leberkrebs verwendet. Es gibt aber auch sekundäre Leberkrebs-Erkrankungen: Das sind Metastasen von Tumoren die in der Leber auftreten und deren Herd in den anderen Körperorganen ist. Die Ursachen von Leberkrebs sind sehr unterschiedlich.

e.) Autoimmune Lebererkrankungen

Autoimmune Lebererkrankungen haben die Ursache in einer Fehlsteuerung des Immunsystems, dabei greift der eigene Körper Zellen der Leber oder die Gallenwegen an. Zu dieser Gruppe eher seltenen Lebererkrankungen zählen:

– autoimmune Hepatitis (AIH),
– primär sklerosierende Cholangitis (PSC)
– primär biliäre Zirrhose (PBC).

Die Ursachen von autoimmunen Lebererkrankungen sind weitestgehend ungeklärt.

f.) Eisenspeicherkrankheit (Hämochromatose)

Die Eisenspeicherkrankheit ist eine sehr häufige Erbkrankheit. Der Körper speicher überschüssiges Eisen aus der Nahrung vor allem in der Leber aber auch in der Bauchspeicheldrüse sowie im Herz. Unbehandelt verursacht diese Erkrankung anfangs eine Bindegewebsvermehrung (Fibrose) in der Leber und später eine Zirrhose, oft aber auch ein Leberkarzinom. Hierfür gibt es eine einfache Therapie: der Aderlass bringt die Eisenwerte in den Normbereich; allerdings muss mit dieser Therapie frühzeitig und noch vor der Entwicklung der klinischen Komplikationen begonnen werden.

Fazit: Rechtzeitig behandelt kann sich die Leber regenerieren, bei später oder gar keiner Behandlung können irreversible Schäden entstehen.